Buchtipp

Dieter Kienast – Lob der Sinnlichkeit

Bild von Dieter Kienast – Lob der Sinnlichkeit

Auch im Unkraut sah Dieter Kienast die Schönheit der Natur und integrierte auch «unerwünschte» Pflanzen bewusst in seine Arbeit. Seine Haltung zu Natur und Gestaltung ist heute aktueller denn je.

Dieter Kienast (1945–1998) war einer der einflussreichsten Schweizer Landschaftsarchitekten und der erste Professor für Landschaftsarchitektur an der ETH Zürich, wo er den 1997 gegründeten Lehrstuhl leitete. Als promovierter Pflanzensoziologe verband er in seinen Projekten Menschen, Pflanzen und Materialien zu lebendigen Räumen. Orte, an denen strenge Geometrie auf wilde Vegetation trifft und sich die Gestaltung und Natur gegenseitig herausfordern.

« Eine Pflanze, die dort wächst, wo man sie nicht will, ist ein Beispiel für eine standortgerechte Bepflanzung.

Dieter Kienast

Professor für Landschaftsarchitektur

Kienast erkundete stets die Spannungsfelder zwischen Kontrolle und Wildwuchs, Ordnung und Zufall. Daraus entwickelte er eine eigene Ästhetik: eine Landschaftsarchitektur, die nicht nur funktional, sondern zugleich schön ist. Diese Haltung prägt das Verständnis moderner Garten- und Landschaftsgestaltung bis heute. Deshalb pflegt auch Holdener Naturgartenbau das Prinzip der «standortgerechten Bepflanzung» – und gibt damit auch den unscheinbaren Pflanzen ihren Platz.

Das Buch beleuchtet Kienasts wegweisende Entwurfshaltung in Text und Bild. Es zeigt, wie Kienast Theorie und Praxis meisterhaft zu verbinden wusste. Seine ikonischen Projekte – von der Masoala-Halle im Zoo Zürich über den Stadtpark St. Gallen bis hin zu den Aussenanlagen der Tate Modern in London – prägen bis heute unser Verständnis von öffentlichem Raum.

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